Logopädische Praxis | Therapiebereiche


    Im Alter zwischen sechs bis zehn Jahren erlernen wir das Lesen und Schreiben. Vielleicht hat Ihr Kind Ihnen schon Anlass zu der Vermutung gegeben, dass ihm das Lesen und die Rechtschreibung schwerer fallen als anderen Kindern? Oder hat Sie auch das für viele bedrohlich klingende Wort „Legasthenie“ schon getroffen? Sicher wollen Sie frühzeitig feststellen, ob Ihr Kind zu den rund zehn Prozent jedes heranwachsenden Jahrganges gehört, die trotz sonst mindestens durchschnittlicher Intelligenz kaum erklärbare Schwierigkeiten auf dem Gebiet des Lesens und Schreibens zeigen.

    Für diese Erscheinung gibt es die unterschiedlichsten Bezeichnungen:
    „Dyslexie“ „Dys“ stammt aus dem Griechischem und „lexie“. Wörtlich ließe sich Dyslexie als „Mißwortigleit“ übersetzen. Deutsche Wissenschaftler benutzen den Begriff „Legasthenie“, welcher mit dem Wort „Leseschwäche“ zu übersetzen wäre. Schulamtlich gibt es die Formulierung „Teilleistungsschwäche auf dem Gebiet des Lesens und der Rechtschreibung“ („Lese-Rechtschreib-Schwäche“ , auch „LRS“).

    Wissenschaftlich gesehen versteht man unter einer LRS: „.... Störungen, deren Hauptmerkmal eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Entwicklung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit ist, die nicht durch eine allgemeine intellektuelle Behinderung oder inadäquate schulische Betreuung erklärt werden kann“

    Fragen zur Anamnese:
    • Ist die Schwangerschaft komplikationslos verlaufen?
    • War die Geburt normal?
    • Wie viele Geschwister hat das vorgestellte Kind? (deren Alter?)
    • Wie lange wurde das Kind gestillt?
    • Gab es im ersten Lebensjahr irgendwelche Krämpfe?
    • Wann lernte das Kind laufen?
    • Gab es Auffälligkeiten in der Motorik oder in der Bewegungsfähigkeit?
    • Wie sah es mit der Sauberkeitserziehung aus?
    • Spielte es mit anderen Kindern?
    • Welche Kinderkrankheiten gab es in welchem Alter?
    • Gab es Ohrenerkrankungen, beispielsweise Mittelohrentzündungen?
    • Erhöhte Sprechlautstärke der Mutter? / des Kindes?
    • Ging es gern in den Kindergarten? (Außenseiterverhalten?)
    • Erlitt es Unfälle?
    • In welchem Alter (genau) wurde es eingeschult?
    • Welche Leselernmethode wurde benutzt?
    • Wann traten die ersten Hinweise auf LRS auf?
    • Merkfähigkeit?
    • Verwaschene Artikulation?
    • Wie weit sitzt das Kind von der Lehrkraft entfernt?
    • Wie heißen seine Lieblingsfächer?
    • Wie sieht es mit der Konzentrationsfähigkeit aus?
    • Hyperaktivität? Schnürsenkelprobleme?
    • Hörverarbeitung. Hört das Kind besser auf der linken oder rechten Seite?
    • (Welche Lieblingsseite benutzt es beim Hören? Z. B. beim telefonieren beobachten)
    • Rechts-Links-Unterscheidung? / Tonhöhen-Unterscheidung?

    Um festzustellen, ob bei Ihrem Kind eine LRS vorliegt, gibt es die Möglichkeit eines Tests. Hierbei erfahren Sie welche Möglichkeiten es zur Beseitigung dieser Teilleistungsschwäche gibt. Auch eine musikalische Früherziehung bzw. überkreuzende Bewegungsübungen (Edu-Kinestetik) sowie auditives oder visuelles Buchstabieren oder wirklichkeitsnahe Diktatübungen wirken sich positiv auf den Erwerb der Schriftsprache aus.