Logopädie - Was ist das?


Logopädie ist ein ärztlich zu verordnendes Heilmittel. Behandelt werden Menschen jeden Alters, die durch Erkrankung, Verletzung oder Behinderung in ihren sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen eingeschränkt sind. Diese umfassen organische und funktionelle Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- oder Schluckstörungen. Ziel der logopädischen Therapie ist die Erhaltung, Verbesserung bzw. völlige Wiederherstellung der kommunikativen Leistungen.

Der Weg zum persönlichen Ziel ist immer ein ganz individueller. In einem ausführlichen Gespräch legen wir diesen gemeinsam fest und gehen dabei ganz speziell auf Ihre eigenen Wünsche, Vorstellungen und Ziele für die Behandlung ein. Befindet sich Ihr Kind bei uns in Behandlung erhalten Sie als Eltern eine intensive Anleitung, um zu Hause das in der Therapie Erlernte weiter fortzuführen.

Die Kosten für vom Arzt verordnete Therapien werden von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse getragen. Falls Sie zuzahlen müssen (ab 18 Jahre) betragen die Kosten hierfür 10% vom Rezeptwert. Die privaten Krankenkassen zahlen ebenso für eine logopädische Behandlung. Fragen Sie im Zweifelsfall vorab bei Ihrer Kasse nach.


Die Therapiebereiche in der Logopädie


Sprache & Sprechen

Sprache passiert im Kopf. Sprechen passiert mit dem Mund. Sprache ist unser Kommunikationsmittel und eine Abstraktionsleistung. Sprechen ist die Kommunikationsmethode und eine Koordinationsleistung.

Nach Unfällen, Krankheiten, Operationen oder bei Entwicklungsstörungen können Sprache und/oder Sprechen betroffen sein.

Wie macht sich eine Sprach- oder Sprechstörung bemerkbar?

bei Kindern:

  • Kinder beginnen sehr spät mit dem Sprechen, sprechen wenige Worte, keine Sätze
  • Sprachentwicklungsstörung mit reduziertem Wortschatz, Auffälligkeiten in der Grammatik, im Sprachverständnis
  • ebenso können die Kinder nach dem richtigen Wort suchen (Das Dings da.)
  • haben Probleme, Laute zu unterscheiden und/oder korrekt zu sprechen (Ich hole den Toffer. Statt Koffer)
  • gestörtes Muskelgleichgewicht im Mundbereich – u.a. Kinder speicheln sehr viel und lange (über das Babyalter hinaus), der Mund steht öfters offen – Achtung kann u.a. mit Konzentrations- und Lese- bzw. Schreibproblemen einhergehen!
  • überhastetes, verwaschenes Sprechen, Sprechangst, Sprechblockaden oder Silbenwiederholungen
  • Rhinophonie (sog. Näseln)

bei Erwachsenen:

  • Störungen im Bereich der Wortfindung, des Lesens, Schreibens oder des Satzbaus, z.B. Sprachprobleme / Sprachverlust z.B. nach einem Schlaganfall (Aphasie)
  • Störungen des Redeflusses in unterschiedlicher Weise
  • Störungen der Aussprache – z.B. verwaschen
  • Störungen der Sprechatmung
  • Störungen im motorischen Bereich des Sprechens, wie z.B.: Verlangsamung, Schwäche, fehlende Koordinationsfähigkeit

Welche Ursachen können Sprach- oder Sprechstörungen haben?

Die Ursachen für eine Sprach- oder Sprechstörung kann z.B. sein:

  • Infektionskrankheiten, Entzündungen, Operationen (Mittelohrentzündungen)
  • Krankheiten (Schlaganfall, Morbus Parkinson)
  • Tumore, gut- oder bösartige (z.B. Akusticusneurinom)
  • Unfälle z.B. mit begleitendem Schädel-Hirn-Trauma
  • Angeborene oder erworbene neurologische Entwicklungsstörungen
  • Myofunktionelle Störungen (s.o.)
  • Fehlbildungen, z.B. Lippen-, Kiefer- Gaumen- und Segelspalten
  • Hörstörungen bis hin zur Taubheit
  • Behinderungen unterschiedlicher Ursache

Stimme

Wie genau macht sich eine Stimmstörung bemerkbar?

  • Die stimmliche Belastungsfähigkeit ist allgemein eingeschränkt. Das Sprechen strengt nach einer Zeit an.
  • Die Stimme klingt heiser, rau, belegt oder behaucht. Im Extremfall kommt es zur Stimmlosigkeit (Aphonie).
  • Stimmlage und –umfang sowie Tonhöhe sind verändert.
  • Oft herrscht Räusperzwang oder Reizhusten.
  • Auch Schmerzen oder ein Druck- bzw. Fremdkörpergefühl (Kloß im Hals) sind möglich.
  • Die Atmung beim Sprechen kann gestört sein (z.B. Hochatmung).

Welche Ursachen können Stimmstörungen haben?

  • Entzündungen, Lähmungen (z.B. nach Schilddrüsen-OP)
  • Tumore, gut - und bösartige
  • Reflux von Magensäure
  • Verletzungen oder angeborene Fehlbildungen des Kehlkopfes
  • Überlastung und/oder Fehlbelastung (z.B. in Sprecherberufen)
  • Zu Stimmveränderungen kommt es auch in der Pubertät oder Menopause. Im gewissen Umfang sind sie hier normal.

Schlucken

Wie macht sich eine Schluckstörung bemerkbar?

  • Ggf. spüren Sie ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals oder müssen während des Schluckens würgen.
  • Sie verschlucken sich häufiger, es geht etwas „in die falsche Kehle“, damit einhergehender Husten.
  • Sie bilden mehr Speichel als früher.
  • Es kann bis zur generellen Unfähigkeit zur Nahrungsaufnahme kommen.
  • Zusätzlich kann das Sprechen sehr näselnd sein und/oder eine Heiserkeit auftreten.
  • Folgeerscheinungen können Lungenentzündungen sowie Fieber sein.

Welche Ursachen können Schluckstörungen haben?

  • verschiedene Entzündungen oder Infektionen im Mund- und Rachenbereich (auch Mandelentzündung)
  • zahn- oder kieferorthopädisch bedingte Probleme (Fehlstellung der Zähne)
  • Tumoren im Mund-, Rachen- oder Speiseröhrenbereich
  • Schilddrüsenerkrankungen (Entzündungen, Struma)
  • unterschiedliche neurologische Erkrankungen, wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Amyothrophe Lateralsklerose, Schlaganfall, Demenz
  • psychische Ursachen

Arztinformation - Verordnungen in der Logopädie


Indikationsschlüssel Diagnosegruppe Gesamt VO-Menge (bis zu:)
ST1 Organische Störungen der Stimme 20
ST2 Funktionelle Störungen der Stimme 20
ST3 Psychogene Störungen der Stimme (als Aphonie) 5
ST4 Psychogene Störungen der Stimme (als Dysphonie) 20
SP1 Störungen der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung (Dysgrammatismus) 60
SP2 Störungen der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung als auditive Wahrnehmungsstörung 20
SP3 Störungen der Artikulation (Dyslalie) 30
SP4 audiogene Störungen der Sprache (hochgradige Schwerhörigkeit oder Taubheit / CI) 50
SP5 Störungen nach Abschluss des Spracherwerbs (Aphasien / Dysphasien) 60
SP6 Störungen der Sprechmotorik (Sprechapraxie / Dysarthrie / Dysarthrophonie) 60
RE1 Störungen des Redeflusses (Stottern) 50
RE2 Störungen des Redeflusses (Poltern) 20
SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion (Rhinophonie) 20
SC1 Krankhafte Störungen des Schluckaktes 60
SC2 Schädigungen des Schluckaktes im Kopf-Hals-Bereich 30


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